Lüften & Heizen

Heutzutage versucht man Energie zu sparen: durch winddichte Bauweisen, gut isolierte Fenster und Türen und großzügiger Wärmedämmung.

Diese bauphysikalischen Verbesserungen lassen den natürlichen Luftwechsel rapide sinken.

Kondensationsfeuchte, „Das Schwitzen der kalten Außenflächen“:

Wenn wärmere Luft mit einer kalten Außenfläche (Wand oder Fenster) in Berührung kommt, kondensiert der Wasserdampf in der Luft. Dies hängt meist von 2 Faktoren ab:

  • zu hohe Luftfeuchtigkeit in Räumen - bei einem 4 Personen Haushalt werden täglich bis zu 10 Liter Wasser an die Raumluft abgegeben (Wohnen, Duschen/Baden, Wäsche waschen/trocknen, Kochen, Pflanzen,....)
  • Oberflächentemperatur der Außenflächen zu gering
  • Diese Wasseransammlung, in Verbindung mit Staub und Bakterien bildet den optimalen Nährgrund für Schimmelkulturen.
  • Wie hoch darf/soll der Luftfeuchtegehalt in der Wohnung sein:
  • Aufenthaltsräume sind mit ca. 20°C - 22°C, Schlafräume mit ca. 15°C -17°C und einer Luftfeuchtigkeit von 45% - 65% optimal beheizt.
  • Im Bad kann bei einer Temperatur von ca. 22°C - 24°C die Luftfeuchtigkeit bei 60% - 80% liegen.
  • Grundsätzlich kommt es in den Sommermonaten vermehrt zu Schimmelbildung in den Kellerräumen, hingegen in den Wintermonaten der Schimmel vor allem in den Wohnräumen auftritt.
  • Um dies zu überprüfen, wäre es zweckmäßig ein Hygrometer und ein Thermometer in der Wohnung aufzuhängen.

Querlüftung:

Die Belüftung einer Wohnung sollte mindestens 3 mal täglich erfolgen.

  • Nach dem Aufstehen, damit die Feuchtigkeit, die von den Personen und Pflanzen während der Nachtphase abgegeben wurde, sofort ins Freie abgeleitet wird.
  • Dann tagsüber bzw. beim Eintreffen der Berufstätigen in den Wohnräumen.
  • Vor dem zu Bett gehen.

Die am weitesten verbreitete Lüftungsart ist  das „Kippen der Fenster“. Dies führt zu überhöhten Luftwechselraten, weil die einströmenden Luftmengen unterschätzt werden. Auch der Energieverlust (HEIZKOSTEN) ist dadurch um ein Vielfaches höher! Außerdem erhöht die kontinuierliche Abkühlung der Außen- und Innenflächen, in Verbindung mit der Feuchtigkeit in den Wohnräumen, die Kondensation ( weitere Folge – Schimmelbildung)

Die Differenz der Raumlufttemperaturen in den Wohnräumen sollte 4-5°C nicht übersteigen.

Die entstehende Feuchtigkeit beim Duschen/Kochen/Wäsche waschen-trocknen sollte nach Möglichkeit sofort ins Freie abgeleitet werden. Die feuchte Luft nicht durch geöffnete Türen in andere Wohnräume ableiten! 

Baurestfeuchte:

Beim Einzug in die neue Wohnung ist vermehrt auf das richtige Lüftungsverhalten zu achten, da das im Bau verwendete Wasser erst über einen längeren Zeitraum austrocknet. Dies kann nur durch erhöhte Heizung und vermehrte Lüftung erfolgen. 

Energie sparen:

Durch unsachgemäßes Lüften (z.B.: Kippen der Fenster) erhöhen sich die Heizkosten, denn wenn die kalte Außenluft durch die Fenster einströmt, öffnet der Thermostatkopf und die Heizung versucht die kalte Außenluft sofort zu erwärmen. Daher Stoßlüftung und diese mehrmals pro Tag! Die gespeicherte Wärme in den Bauteilen bleibt fast vollständig erhalten! Es stellt sich nach nur kurzer Zeit die vorher empfundene angenehme Raumlufttemperatur ein. 

Achtung: Die Verringerung der Raumlufttemperatur um 1°C in den Wohnräumen, verringert die Heizkosten um ca. 6%.

Muss ich mein Schlafzimmer beheizen?

Ja, denn wenn die Schlafräume eine zu geringe Raumlufttemperatur aufweisen, sind die Umgebungswände zu den Wohnräumen zu kalt und es kann auch Schimmelbildung an den Innenwänden im Schlafzimmer auftreten. Wenn Sie trotzdem gerne in den Wintermonaten in einem ungeheizten Raum schlafen, dann tagsüber heizen und abends gut durchlüften. Besonders ungünstig ist es, in der kalten Jahreszeit, die Tür zu anderen Wohnräumen zu öffnen um das Schlafzimmer etwas zu „temperieren“. 

Meine Stromrechnung ist durch die Warmwasserbereitung sehr hoch!

Daher:
In regelmäßigen Abständen (alle 3-5 Jahre) bei dem Elektrowarmwasserboiler durch Fachfirma Kalkstein entfernen lassen und Opferanode tauschen. Warmwasserbereiter idealerweise mit 55°C - 60°C Wassertemperatur betreiben. Nur max. 1 mal monatlich zur thermischen Desinfektion auf 70°C „hochheizen“.

Die geeignete Lüftungsmethode ist daher die QUERLÜFTUNG. Bei möglichst großflächig geöffneten Fenstern und Türen gegenüberliegender Räume, zieht diese Luftbewegung auch die Luftpolster aus Nischen und Ecken ab.

Die Dauer der Belüftung je Lüftungsvorgang sollte ca. bis zu 5-10 Minuten betragen, aber mindestes so lange, bis sich keine Feuchtigkeit (Wasser) mehr an der kalten Außenfläche der Fenster niederschlägt.

Faustregel: Je kälter die Außentemperatur, desto kürzer der Lüftungsvorgang.

Bei hohem Härtegrad des Trinkwassers kommt es bei einer Wassertemperatur ab60°C zu erhöhtem Kalkausfall. Wie Sie es wahrscheinlich von Teekochern (Wasserkochern) und Waschmaschinen kennen, legt sich der ausgeschiedene Kalk an den Heizstäben ab. Diese Kalkschicht verringert die Leistung und es muss daher wesentlich mehr Energie zur Erwärmung des Trinkwassers aufgewendet werden.  

  • Täglich mehrmals gründlich querlüften.

  • Von innen beschlagene Fenster sind ein Hinweis auf zu feuchtes Innenklima; sofort lüften.

  •  Die Kippfenster bei kühler Witterung nicht ständig offen lassen.

  • Bad und Küche sollten Sie gut lüften. Die Türen geschlossen halten, damit sich die hier besonders hohe Luftfeuchtigkeit nicht in der Wohnung ausbreitet.

  • Die Wohnung – auch das Schlafzimmer – nicht auskühlen lassen (Kondenswasserrisiko).

  • Türen zwischen kalten und warmen Räumen geschlossen halten.

  • Möbel nicht direkt an die Außenwände stellen.